Rezension: „Morning Star“ von Pierce Brown

Der dritte Teil der Red-Rising-Trilogie, zur Rezension des ersten Teils „Red Rising“ und zur Rezension des zweiten Teils „Golden Son“.

Darrow would have lived in peace, but his enemies brought him war. The Gold overlords demanded his obedience, hanged his wife, and enslaved his people. But Darrow is determined to fight back. Risking everything to transform himself and breach Gold society, Darrow has battled to survive the cutthroat rivalries that breed Society’s mightiest warriors, climbed the ranks, and waited patiently to unleash the revolution that will tear the hierarchy apart from within.
 
Finally, the time has come.
 
But devotion to honor and hunger for vengeance run deep on both sides. Darrow and his comrades-in-arms face powerful enemies without scruple or mercy. Among them are some Darrow once considered friends. To win, Darrow will need to inspire those shackled in darkness to break their chains, unmake the world their cruel masters have built, and claim a destiny too long denied—and too glorious to surrender.

Meine Rezension zu „Morning Star“

Inhalt

Darrow hätte in Frieden gelebt, doch seine Feinde brachten ihm den Krieg. Als Roter war Darrow dazu bestimmt, sein Leben in den Minen von Mars zu verbringen. Doch die Hinrichtung seiner große Liebe Eo führte dazu, das Darrow als Goldener wiedergeboren wurde. Erfolgreich infiltrierte er die goldene Gesellschaft, erkämpfte sich einen Platz in ihrer Mitte und gewann schließlich die Schlacht um Mars. Doch der Moment, der Darrows größter Triumph sein sollte, wurde zu seiner schrecklichsten Niederlage: Verraten von ehemaligen Freunden, befindet er sich in der Gefangenschaft seines grausamsten Feindes. Doch trotz des vernichtenden Schlages, der Darrow und den Söhnen von Ares zugefügt wurde, lebt die Revolution noch immer.

Als Darrow endlich frei ist, findet er die Revolution im Zerfall vor, zersplittert in einzelne Fraktionen. Währenddessen handeln seine mächtigen Feinde gnadenlos und ohne Skrupel. Um zu gewinnen muss Darrow einmal mehr die im Dunkeln Gefesselten dazu bringen, ihre Ketten zu sprengen und die Welt umzustürzen, die ihre grausamen Meister geschaffen haben. Auch muss er seine alten Freunde zurück an seine Seite holen. Kann Darrow die Revolution hinter sich vereinen und zum Sieg führen?

Meinung

The Reaper has come. And he’s brought hell with him.

Was ich schon an den vorherigen Bänden mochte, wird hier nun ganz deutlich: Es gibt keine strahlenden Helden, an ihrer aller Händen klebt das Blut. Zudem ist der Grat zwischen Revolution und Terrorismus ein nur zu schmaler. Darrow beweist sich im dritten Band als Realpolitiker und schreckt nicht davor zurück, seine eigenen Leute zu opfern oder „false flag“-Operationen durchzuführen. Es gibt Führungskrisen und Meutreien, die ungewöhnliche Lösungen erforderlich machen. Und natürlich immer wieder wunderbar ausgebuffte Pläne, die für einen Plottwist nach den nächsten sorgen.

“A man thinks he can fly, but he is afraid to jump. A poor friend pushes him from behind.” He looks up at me. “A good friend jumps with.“

Im Vergleich zu den vorherigen Bänden werden hier verhältnismäßig wenig neue Charaktere eingeführt, dennoch hat Pierce Brown auch dieses Mal einige faszinierende Figuren geschaffen. Während Darrow in den ersten beiden Bänden die Verbündeten scheinbar nur zu zuströmten, muss er zudem in diesem abschließenden Teil hart dafür arbeiten, Neue für sich zu gewinnen und Alte an seiner Seite zu halten. Denn je größer die Revolution wird, desto fragiler wird das Gleichgewicht zwischen den Lagern.

Forget a man’s name and he’ll forgive you. Remember it, and he’ll defend you forever.

Insgesamt gibt es auch im finalen Band wieder all die geschätzten Zutaten, die schon die beiden Vorgänger so groß machten, genannt seien halsbrecherische Aktionen, wagemutige Diplomatie und epische Weltraumschlachten. Was ich besonders an der Trilogie liebe, ist der Realismus: Statt eines einsamen Helden ist die Zusammenarbeit vieler nötig, um das Imperium zu stürzen – und mehr als einmal scheint Darrow alles um die Ohren zu fliegen, bevor es zur finalen Schlacht kommt. Auch der Schluss gefiel mir gut: Es herrscht nicht eitel Sonnenschein, sondern es ist allen bewusst, dass dies nur ein Etappensieg war.

Justice isn’t about fixing the past, it’s about fixing the future. We’re not fighting for the dead. We’re fighting for the living. And for those who aren’t yet born.

Ich verbeuge mich an dieser Stelle vor Pierce Brown, denn mit dieser Trilogie hat er aus meiner Sicht ein Meisterwerk geschaffen. Ein Meisterwerk, das Krieg in all seiner Grausamkeit zeigt und was der Kampf für eine gerechte Sache kostet. Diese Trilogie befindet sich am Puls der Zeit.

War isn’t real. It’s just a three-letter word for other people that they see in the digital newsfeeds.

In einem Satz

Der epische Abschluss einer fantastischen Trilogie, die selbst auf den letzten Metern noch immer wieder Plottwists vollführt.

Rating: ★★★★★

Pierce Brown, Originaltitel „Morning Star“, 544 Seiten, Del Rey, 9. Februar 2016.

4. März 2016         

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