Im zweiten Teil des Interviews verrät uns Anne von catbooks.wordpress.com zum Beispiel, in welches Buch sie gerne hineinklettern würde. Für mich zwar ein sehr spannender Ort, aber nicht ganz ungefährlich, geht es doch immerhin um Zamonien. Mitfühlen kann ich ihr Problem mit Thriller und Co., denn bei zu gruseligen Bücher beeinträchtigen auch meine Nachtruhe. Ebenfalls gut verstehen kann ich ihre Verstimmung über Bettina Belitz, wobei ich schon nach Scherbenmond schwer enttäuscht war. Viel Spaß auch mit diesem Teil des Interviews! Zum ersten Teil geht es hier.
Dein absolutes Lieblingsgenre sind Bücher mit Romantik-Anteil – gab es da ein Schlüsselerlebnis oder „warst“ du schon immer so?
Ich war eigentlich schon immer so. ;) Ich liebe die Liebe, das Verliebt sein und alles was dazu gehört. Man erlebt schon im Alltag so viele schreckliche Sachen, in den Nachrichten wird stets und ständig über Mord und Totschlag berichtet, dass ich mich von diesen furchtbaren Themen etwas ablenken möchte. Ich tauche gerne in eine heile Welt ein, die mit einem Happy End verbunden ist. Daher lese ich besonders gerne Bücher aus dem MIRA Taschenbuch Verlag oder Jugendbücher mit einem hohen Romantik-Anteil, da ich dort alle finde, was ich gerne haben möchte!
Was macht einen guten Romance-Roman aus?
Ui, das ist wirklich eine sehr schwierige Frage! Für mich ist das wichtigste eigentlich, dass ich mich mit den Personen identifizieren bzw. mit ihnen fühlen kann. Dass es genügend romantische Szenen im Buch gibt, die mir eine Gänsehaut bereiten und das trotzdem wichtige Elemente drum herum wie Freunde, Familie und der Job dabei nicht vergessen werden.
Du liest nur deutsche Bücher, was bei einem Buchblogger heutzutage fast schon außergewöhnlich ist. Reizen dich keine (noch) unübersetzten englischen Bücher?
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich das schon reizt, aber mein Englisch ist einfach viel zu schlecht! Ich habe ja eine Challenge ins Leben gerufen, die mich dazu motivieren sollte, mehr Englisch zu lesen. Aber das hat sie leider nicht wirklich geklappt, da ich schon mit den einfachsten Wörtern meine Probleme hatte und ich nach und nach gemerkt habe, dass ich wichtige Punkte nicht mitbekommen habe. Vielleicht sollte ich auch bei Sandras (Lettersalad) Challenge „„LLL“ Lettersalad Lesen und Lernen Vokabelchallenge 2012“ mitmachen, doch wollte ich auch nicht fast das komplette Buch abschreiben, was aber sicherlich helfen würde… Aber der Spaßfaktor wäre wohl einfach zu gering. Also werde ich weiterhin bei deutschen Büchern bleiben!
In welches Buch würdest du gern einmal hineinklettern, wenn du könntest – außer Harry Potter?
Ich lese nicht nur romantische Bücher gerne, sondern auch z.B. die von Walter Moers. Besonders gerne würde ich daher in „Die Stadt der träumenden Bücher“ hineinklettern.
Als ich dieses Buch damals gelesen habe, habe ich mich in die Figuren und die vielen verschiedenen Arten von Büchern verliebt! Seit dem habe ich alle Bücher von Walter Moers gelesen und werde sicherlich auch in Zukunft keins mehr von ihm verpassen!
Gibt es ein Genre, welches dir absolut nicht zusagt?
Ich mag keine Krimis, (Psycho-)Thriller und allgemein blutige Bücher, die in der Gegenwart spielen. Ich projiziere das gelesene immer gerne in mein eigenes Leben und bei solchen Geschichten bekomme ich Angst und schaue lieber dreimal nach, ob die Tür abgeschlossen ist oder ob sich auch niemand unter meinem Bett versteckt. ;)
Ab und zu versuche ich mich bei der Jugendliteratur an diese Genres zu wagen, wie z.B. mit den Büchern „Numbers – Den Tod im Blick“ von Rachel Ward oder „Bodyfinder: Das Echo der Toten“ von Kimberly Derting, die mir beide sehr gefallen haben. Aber trotzdem hatte ich nach dem Lesen so einige Probleme mit dem Einschlafen…
Wonach wählst du deine Bücher aus?
Meistens gehe ich nach dem Cover, dem Titel und nach Empfehlungen. Ich muss zugeben, dass ich mir Klappentexte kaum durchlese und daher anfangs doch leicht irritiert bin, was ich in dem Buch vorfinde. Aber gerade das reizt mich so – nicht zu wissen, was auf einem zukommt, ganz nach dem Motto „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!“.
Manche finden diese Vorgehensweise sicherlich nicht hilfreich, aber ich habe bisher noch keinen Flop dadurch erlebt und immer wieder tolle Bücher und Autoren für mich entdeckt!
Wie würdest du deinem Sub charakterisieren? War er schon immer so groß? Gibt es ein Prinzip dahinter?
Schon lange bevor ich einen Blog hatte, habe ich Bücher geliebt. Ich habe auch schon immer eine kleine Sammelleidenschaft dabei gehabt und mir fast jede Woche mindestens ein neues Buch gekauft, egal ob ich noch 100 ungelesene Bücher im Schrank hatte oder nicht. ;)
Ich werde sicherlich auch in den nächsten Jahrzehnten einen riesigen SuB haben, da mich einfach viel zu viele Bücher gleichzeitig interessieren! ;)
Wie groß ist deine Wunschliste?
Ach, bei Amazon sind es nur ca. drei Seiten. Ich denke, dass ich doch relativ wenig! ;) Ich muss zugeben, dass ich momentan mit meinen Büchern zu Hause sehr glücklich bin und ich mir nur das eine oder andere neue Buch von Susan Mallery, Robyn Carr und Kristan Higgins wünsche.
Ich habe auch wirklich noch genügend ungelesene zu Hause, was ich mir immer wieder vor die Augen halte, damit meine Wunschliste immer nur die nötigsten Bücher beinhaltet. :D
Gibt es Autoren, die du nie wieder freiwillig lesen würdest – und warum?
Dank Scherbenmond und Dornenkuss werde ich sicherlich nie wieder ein Buch von Bettina Belitz anrühren. Eigentlich finde ich es sehr schade, dass ich mich so gegen sie entscheiden musste, denn von Splitterherz schwärme ich heute noch. Doch was bringt das alles, wenn man das Gefühl hat, dass die Figuren und die ganze Geschichte wirken, als ob sie auf Drogen geschrieben wurden. Ich weiß, das klingt jetzt ziemlich hart, aber genau das waren leider Gottes beim Lesen meine Gedanken und die Enttäuschung wurde immer größer und größer…
Im Alter von 14/15 Jahren war ich ein großer Hohlbein-Fan! Ich habe alle Bücher von ihm gesammelt und verschlungen. Doch als ich dann merkte, dass er mit meiner Lieblingsreihe „Die Chronik der Unsterblichen“ einfach nicht vorwärts kommt, den roten Faden verloren hat und dies dann beim „Frage Freitag bei LB“ vehement abgestritten hat, ist dieser Autor für mich gestorben. Es war für mich ein ziemlich großer Schritt, da er für mich DER Autor schlechthin war. Aber mittlerweile bin ich sehr froh einen Platz in meinem Herzen freigemacht zu haben für neue kreative Autoren, die es (meiner Meinung nach) mehr verdient haben!
Magst du Buchverfilmungen? Wenn ja, welches Buch sollte unbedingt verfilmt werden? Oder eben grade nicht?
Eigentlich mag ich keine Buchverfilmungen. Ich habe einige schlechte Erfahrungen gemacht (z.B. Shopaholic und die Twilight-Reihe) und entscheide mich seit dem entweder für das Buch oder den Film. Sehr, sehr selten für beides! Ich bin jedes Mal aufs Neue enttäuscht worden, was mich immer wieder traurig gemacht hat. Ich bin eher der Buch-Typ, da die Gefühle, die Reaktionen und die Spannung durch das geschriebene Wort viel deutlicher zur Geltung kommen.
Daher bin ich auch sehr stark am Überlegen, ob ich mir die Tribute Verfilmung anschauen möchte oder es doch lieber bei meinen Vorstellungen aus dem Buch bleiben wird. Ich werde mich in diesem Fall doch recht kurzfristig entscheiden – je nachdem wie groß der Hype dann wird! ;)
Ich würde mich aber sehr freuen, wenn viele Klassiker wie Faust, Kabale und Liebe, Lenz, Woyzeck & Co. auf Grundlage des eigentlichen Buches neu verfilmt werden würden ohne, dass ein Regisseur neuartige Dinge in die Geschichte einbaut, wie es heute ja sehr gerne gemacht wird…
Wie stehst du zu E-Books?
Hättest du mich noch vor nem halben Jahr gefragt, hätte ich dir gesagt, dass ich nie ein E-Book lesen werde! Doch mittlerweile hat sich meine Meinung um 180°C geändert.
Ich habe mir vor einer Weile auch einen E-Reader gekauft und schon einige Seiten, leider noch keine kompletten Bücher, gelesen. Auch wenn ich sicherlich immer ein Mensch sein werde, der das normale Buch liebt, so sehe ich in der digitalen Form viele Vorteile, die man einfach nicht von der Hand weisen kann: Platzersparnis, weniger Gepäck beim Reisen, eine leichtere Alltagstasche und einen glücklicheren Freund (er hofft, dass ich kein 4. Regal mehr brauche ;) ).
Diese vier Gründe und der Twitter-Hype haben mich umstimmen können. Jetzt hoffe ich nur, dass ich dieses tolle Stück Technik auch intensiv gebrauchen werde und nicht all zu schnell die Lust an dem neuen Lesen verliere.
Wie viele Stunden liest du die Woche?
Ich lese jeden Tag mindestens zwei Stunden. Eine Stunde hin auf Arbeit und eine Stunde dann wieder zurück. Wenn ich abends dann noch Lust und Zeit habe, investiere ich dann gerne auch die eine oder andere Stunde. Ich komme so also ca. auf 14 Stunden die Woche, mal mehr, mal weniger.
Ein sehr schönes Interview! :D Die liebe Anne und ich haben ja schon einige Gemeinsamkeiten, vor allen Dingen in Sachen Liebesroman, Bettina Belitz und Rezensionen.
Ich hoffe jedoch, dass Du das Englisch-Lesen nicht allzu schnell aufgibst! Gerade durch eBooks ist das nachschlagen ja ein Kinderspiel und vielleicht gibt sich dann der Rest mit der Zeit etwas! ;D
Dass Du Deine Bücher nach Cover und Titel auswählst, finde ich faszinierend! Ich würde es am liebsten auch so machen und mich viel lieber vom Inhalt überraschen lassen. Leider geht das aber bei mir zu 90% in die Hose und daher muss wohl oder übel der Klappentext entscheiden. Deine Variante gefällt mir aber dennoch eindeutig besser! ;)
Was für ein schönes Interview! Ich bin ja eher ein stiller Leser hier, aber die Antworten find ich alle so interessant. : )
Oooohja! So geht es mir da auch.
Liebe Grüße. : )
Vielen Dank für eure lieben Kommentare!! :o)
@Steffie: Ich schaue mal, ob ich mich irgendwann etwas mehr mit den englischen Büchern beschäftigen kann. Es wäre wirklich schön, wenn ich mehr lesen würde, aber dann denke ich mir immer, dass ich in der Zeit locker 3 deutsche Bücher lesen könnte und lass es dadurch meistens sein. ;o)
@Patricia: Lassen wir uns mal überraschen, ob das Fieber uns packt! *hehe*