Nachgefragt bei … Stephie (Teil 2)

Im zweiten Teil des Interviews mit Stephie von nobody knows geht es um ihre Abneigung gegenüber Taschenbüchern, welchen Autoren sie gern mal die Meinung sagen würde und natürlich um ihre Vorliebe für YA-Literatur. Auch zu Literaturverfilmungen hatte sie eine sehr ausführliche Antwort parat. Auch hier wieder viel Spaß beim Lesen! Zum ersten Teil hier entlang.

Dein absolutes Lieblingsgenre ist Young Adult – gab es da ein Schlüsselerlebnis oder „warst“ du schon immer so?
Gute Frage. Meine ‚Bibliothek’ beweist ja in jedem Fall, dass ich mich nicht nur von Young Adult ernähre, auch wenn ich es inzwischen stark bevorzuge. Ob ich schon immer so war, kann ich gar nicht sagen. Angefangen hat es vermutlich alles mit Meg Cabot, die ja bis heute meine absolute Lieblingsautorin ist. Und dann kam Twilight. Ich glaube, beide haben dazu beigetragen, dass ich meine Leidenschaft für Young Adult (wieder) entdeckte. Oftmals gefallen mir YA Bücher einfach besser, sowohl vom Inhalt als auch von der Umsetzung. Sie sind häufig auch nicht so ‚eingeschränkt’, was das Genre betrifft. Ein YA Buch kann viele Faktoren miteinander vereinen. Bestes Beispiel: Romantic Fantasy für Jugendliche. Vermutlich war ich schon immer so *g*, wusste es nur nicht bzw. habe mich einfach nicht genug mit Genres auseinandergesetzt um zu wissen, dass ich es am liebsten mag, weil ich früher einfach nur nach Klappentext gekauft habe^^

Was macht einen guten YA-Roman aus?
Der Mix! Ein guter YA Roman vereint für mich, wie oben schon geschrieben, eben ganz bestimmte Faktoren. Es ist nicht nur spannend oder nur eine Liebesgeschichte oder nur Fantasy. Viele YA Bücher sind alles zusammen und das gefällt mir so. Ein richtig gutes Buch muss für mich eine Liebesgeschichte beinhalten. Bei YA ist es aber eben häufig so, dass sich nicht alles nur um das Paar dreht, sondern auch ein weiterer Handlungsstrang dazu kommt, wie eben z.B. bei Romantic Fantasy. Ich lese gerne eine spannende Geschichte, vor allem, wenn sie in einer anderen Welt spielt, wie z.B. Ascheherz von Nina Blazon. Doch erst durch die Liebesgeschichte, die mit der ganzen Handlung verwoben ist, wird das Buch für mich zu etwas ganz besonderem. Das gleiche gilt für Arkadien erwacht oder Die Tribute von Panem. Und diese Mischung taucht, zumindest meiner Erfahrung nach, nun mal am häufigsten bei YA Büchern auf.

Du magst keine Taschenbücher – bestand diese Abneigung schon früh?
Schon wieder so eine Frage … Ich kann mich doch kaum daran erinnern, was letzte Woche gewesen ist. Meine Regale würden das vermutlich verneinen, denn noch halten sich gebundene Bücher und Taschenbücher die Waage. Aber prinzipiell würde ich es schon bejahen. Ich habe gebundene Bücher schon immer bevorzugt, weil ich es hasse, wenn die Bücher hinterher Knicke im Rücken haben und man sie deswegen so vorsichtig lesen muss. Ich denke aber, dass diese Abneigung in letzter Zeit noch gewachsen ist. Inzwischen geht das ja bei mir so weit, dass ich mich regelmäßig weigere Taschenbücher zu kaufen und mir die TB-Kataloge nicht einmal ansehe. Ich möchte am liebsten NUR Hardcover kaufen, nur leider machen mir viele Verlage da einen Strich durch die Rechnung. Für bestimmte Bücher muss ich einfach eine Ausnahme machen, wenn sie weder in Englisch noch in Deutsch als HC erscheinen, denn schließlich kann ja das Buch nichts dafür, dass es kein schöneres Ausgabeformat bekommt, wie es ja, leider, bei vielen Büchern von Meg Cabot der Fall ist. Aber wenn ich die Wahl habe kaufe ich immer Hardcover, auch wenn es doppelt so viel kostet.

Wie würdest du deinem Sub charakterisieren? War er schon immer so groß?
Definitiv ja! Ich hab schon immer mehr Bücher gekauft als ich lese konnte. Ich kann einfach nicht anders. Inzwischen habe ich mich auch damit abgefunden. Das ist wohl einfach eine Eigenschaft von mir, die ich nicht so leicht ablegen kann.
Ansonsten würde ich ihn als sehr vielfältig charakterisieren, weil beinahe aus jedem Genre etwas dabei ist, auch wenn gewisse Genres ganz klar dominieren.

Wenn du ein Meet & Greet mit deiner Wunschautor/in haben könntest, welche wäre das?
Meg Cabot! Wer sonst?! Und das, obwohl ich sie schon mal getroffen habe, was ein absolut unvergessliches Erlebnis für mich war! Ich finde sie einfach toll, sowohl als Person als auch als Autorin. Sie ist schon beinahe so etwas wie ein Vorbild für mich. Ich habe weit über 50 Bücher von ihr in meinem Regal – so viel habe ich sonst von keinem anderen Autor – und ich habe keines von denen, die ich gelesen habe, schlecht gefunden. Sie trifft einfach immer voll und ganz meinen Geschmack und ich liebe ihre Figuren einfach. Ihre Romane enden immer genauso, wie ich es mir wünsche oder wie es sich einfach gehört. Außerdem vermittelt sie in ihren Romanen stets bestimmte Werte, die ich selbst als sehr wichtig erachte. Ich würde sie nur zu gern noch mal treffen und mich mit ihr unterhalten!

Welchen Autoren würdest du gern einmal richtig die Meinung sagen, (weil er einen deiner Helden hat sterben lassen oder ähnliches)?
Da fällt mir jetzt so ganz spontan nur Christoph Marzi ein, dem ich was erzählen würde, wegen des furchtbar schrecklichen Endes von Grimm! Ach, und Carina Borgmann, weil eine ihrer Figuren am Ende von Sayuri so einen sinnlosen Tod sterben musste.
Lauren Kate könnte ich noch ein paar Takte darüber erzählen, wie fies und unfair es ist, den Leser nur mit Andeutungen zu versorgen und nicht das kleinste Detail zu erzählen oder auch nur eine Frage zu beantworten, nicht einmal am Ende des Buches.

In welches Buch würdest du gern einmal hineinklettern, wenn du könntest?
Puh, ob ich mich da entscheiden kann? Vermutlich Harry Potter, weil ich da eine ganz neue Welt entdecken kann, ohne auf die Annehmlichkeiten dieser Welt zu verzichten – warum Harry, Ron und Hermine nie miteinander telefoniert haben ist mir ein Rätsel.

Du bist immer sehr gut über Buchverfilmungen informiert. Welche erwartest du in nächster Zeit am sehnsüchtigsten? Und welche Bücher müssen noch unbedingt verfilmt werden?
Am sehnsüchtigsten erwarte ich im Moment Breaking Dawn – Part 1, vor allem nach diesem tollen Trailer. Wobei ich eigentlich noch mehr auf den zweiten Film warte, weil das letzte Drittel von Breaking Dawn mir am aller besten gefallen hat und es mein Lieblingsteil der ganzen Reihe ist.
Ganz wichtig ist natürlich noch Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Part 2. Ich möchte endlich sehen, wie sie den Abschluss dieser fantastischen Reihe filmisch umgesetzt haben.
Gleich danach folgt The Hunger Games und Percy Jackson 2, auf die ich natürlich auch sehr gespannt bin. Alle anderen kommenden Literaturverfilmungen, die mich interessieren, sind ja noch in den Vorbereitungen und haben noch nicht einmal gecastet, daher erwähne ich sie noch nicht.
Da ich ja ein großer Fan von Literaturverfilmungen bin, darf von mir aus gern jedes Buch verfilmt werden. Wünschen würde ich es mir bei den Fortsetzungen von Der goldene Kompass, auch wenn ich weiß, dass das nie mehr passieren wird. Dann sollte natürlich unbedingt die Fortsetzung von I am Number Four verfilmt werden, damit das Ende da nicht offen bleibt. Wünschen würde ich mir in jedem Fall eine Verfilmung von The Mediator von Meg Cabot, wobei da die Rechte schon verkauft wurden, das ist aber auch schon alles. Abandon würde ich mir auch nur zu gern als Film anschauen, genauso wie Fire von Kristin Cashore oder Ascheherz von Nina Blazon, letzteres allerdings nur, wenn es von Amerikanern produziert würde. Arkadien eignet sich natürlich auch super zum verfilmen und Erebos würde sicher einen spannenden Thriller ergeben.

Wie stehst du generell zu Merchandising im Zusammenhang mit Büchern?
Ich würde sagen, ich stehe dem eher neutral gegenüber. Ich habe nichts dagegen, bin aber selbst kein allzu großer Fan davon. Das Armband von Abandon wäre vielleicht etwas für mich, aber den ganzen Twilight Schmuck finde ich zum Beispiel nicht schön, zumal der ja eine Erfindung der Filmproduzenten ist. Diese Kette von Arwen aus Herr der Ringe finde ich zwar schön, würde aber nie so viel Geld dafür ausgeben, das ist es mir einfach nicht wert. Aber wenn andere das gern mögen, kann ich damit leben.
Was ich ablehne sind dagegen diese ganzen Bücher über Bücher. Es gibt ja unzählige Werke über Twilight, die nicht von der Autorin sind und Hintergrundinformationen enthalten. Ich hab neulich mal eines gesehen, dass mir Twilight erklären wollte, wie ein Literaturschlüssel. Das finde ich einfach nur albern und halte es für Geldmacherei. Ich mag Twilight, aber es ist keine hochtrabende Literatur, die man erstmal analysieren müsste, um sie zu verstehen. Stephenie Meyer ist nicht Shakespare.

Besuchst du Lesungen? Wenn ja, was war deine beste Lesung?
Ja, sehr gern sogar. Nur leider sind in Berlin so selten Lesungen von Autoren, die mich interessieren. Die guten Lesungen in den letzten 5 Jahren kann ich an einer Hand abzählen …
Was die beste war, kann ich nicht sagen. Jede war auf ihre Art unheimlich schön. Meg Cabot war ein Erlebnis, weil sie meine Lieblingsautorin ist und es meine erste Lesung war. Maggie Stiefvater war einfach unheimlich sympathisch und ich hätte ihr noch Stunden zuhören können. Anne Hertz war einfach cool, vor allem wegen der musikalischen Begleitung. Die drei hatten die besten Lesungen, bei denen ich bisher gewesen bin.

Wie viele Stunden liest du die Woche?
Zu wenig, das steht fest. Es gibt Tage, da komme ich überhaupt nicht zum Lesen, weil einfach so viele andere Dinge zu tun sind. In Stunden kann ich das sowieso nicht bemessen, eher in Seiten. Lediglich am Wochenende komme ich manchmal etwas mehr zum lesen. Ich kann nur grob schätzen und denke, es sind keine 10 Stunden.

Hast du Leserituale und/oder Leseutensilien, die du immer nutzt?
Rituale eher nicht, außer, dass ich ungern mitten in einem Kapitel aufhöre zu lesen. Utensilien habe ich mittlerweile allerdings einige, die immer mit dabei sind und nicht fehlen dürfen. Am wichtigsten ist natürlich das Lesezeichen. Meistens benutze ich eines von denen mit den Gummibändern, weil sie das Buch verschlossen halten. Danach folgen die Book Darts, ohne die geht nichts mehr! Alles, was mir wichtig erscheint, oder was ich vielleicht für eine Rezension brauche, wird markiert. Das artet manchmal soweit aus, dass die Dose mit 50 Stück nicht mal für ein Buch ausreicht. *g*
In meiner unmittelbaren Nähe ist, zumindest zu Hause, auch immer mein kleines Notizheft, in dem ich Gedanken festhalte, die ich später in die Rezension schreiben will oder die für die Beurteilung des Buches meiner Meinung nach von Bedeutung sind. Früher waren sehr viele Details vom Inhalt dabei, inzwischen sind es eher Kritikpunkte, sowohl positive als auch negative.
Wenn ich unterwegs bin ist außerdem auch immer eine Schutzhülle mit von der Partie, damit das Buch keinen Schaden nimmt.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast!

24. Juni 2011         

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