Nachgefragt bei … Stephie (Teil 1)

Auch diesem Monat kann ich Euch wieder ein Bloggerinterview präsentieren: Stephie von nobody knows hat sich die Zeit genommen und ist sehr ausführlich auf meine Fragen eingegangen. So ausführlich, dass ich überlege, nächstes Mal lieber weniger Fragen zu stellen. Da ich aber mich entschieden habe, Euch keine Antworten vorzuenthalten, fallen die beiden Teile dieses Mal sehr lang aus. Dafür wird sich aber bestimmt jeder Blog-Anfänger etwas von ihren Tipps für Neulinge mitnehmen können. Viel Spaß beim Lesen! Zum zweiten Teil geht es hier.

Wie kamst du auf die Idee, über Bücher zu bloggen?
Das war bei mir nicht wirklich ein Entschluss, sondern hat sich einfach irgendwie so entwickelt. Ich blogge ja nun schon seit etlichen Jahren, wann genau das angefangen hat, kann ich gar nicht mehr sagen, aber mindestens schon vor 6 oder 7 Jahren. Anfangs hatte ich so einen ganz ‚normalen’ Blog, auf dem ich über alles Mögliche geschrieben habe, was mich eben so bewegt hat. Da ich aber schon immer eine Leidenschaft für Bücher und Filme hatte, hatte ich angefangen Buch- und Filmreviews zu schreiben. Dabei habe ich dann festgestellt, dass ich das sehr gern macht und es mir Freude macht meine Begeisterung für ein Buch oder einen Film mit anderen zu teilen – es hätte mich ja eigentlich nicht überraschen dürfen, immerhin hab ich schon in der Grundschule regelmäßig Bücher vorgestellt *g*.
Ich habe mich dann jedenfalls immer öfter mit Filmen und Büchern beschäftigt und irgendwann habe ich mich dann dazu entschlossen, meinen Blog nur auf Bücher – und Literaturverfilmungen – zu spezialisieren. Ich wollte nicht mehr so viel über mein Privatleben berichten und mich lieber auf ein Thema konzentrieren. Und da die Leidenschaft für Bücher geblieben ist und ich auch selbst immer lieber Bücherblogs verfolgt habe, wurde es dann ein Literaturblog.

Wie viel Zeit wendest du ungefähr die Woche zum Bloggen auf?
Das kann ich, ehrlich gesagt, gar nicht genau bestimmen, zumal es auch sehr unterschiedlich ist. Viele meiner Beiträge schreibe ich einfach irgendwann, wenn es mich gerade überkommt, veröffentliche sie aber erst viel später. Andere Beiträge finde ich wiederum so interessant oder erfreulich, dass ich sie unbedingt sofort veröffentlichen möchte. Wenn du das Schreiben und Korrigieren der Rezensionen dazu zählst, was bei mir schon immer mindestens 2 Stunden in Anspruch nimmt, dann komme ich bestimmt so auf 5 Stunden in der Woche. Das ist aber nur eine ganz grobe Schätzung, könnte auch noch mehr sein, ich bin mir da nicht so ganz sicher.

Was war dein schönstes Erlebnis mit deinem Blog?
Das ist aber eine schwere Frage! Ich glaube, ein konkretes Erlebnis gibt es da gar nicht, sondern eher viele Momente. Ich freue mich zum Beispiel jedes Mal, wenn ich eine nette Mail oder einen netten Kommentar bekommen, indem Leser mir mitteilen, dass ihnen mein Blog gefällt. Auch wenn ich ihn in erster Linie für mich führe, ist es doch schön zu hören, dass auch andere gern lesen, was ich schreibe.
In diesem Monat ‚feiere’ ich mein 4-jähriges Jubiläum, darüber freue ich mich natürlich auch sehr.
Außerdem freue ich mich immer, wenn Verlage mir mitteilen, dass ihnen eine Rezension gefällt oder sie Ausschnitte davon sogar bei ihren Pressestimmen veröffentlichen. Das ist für mich schon eine kleine Ehre, auch wenn unzählige Blogs inzwischen Rezensionsexemplare beziehen.

Du arbeitest daran, deinen Blog zu relaunchen – wann können wir einen Blick darauf werfen?

Kein Kommentar! Ja, nein, das ist schwer zu sagen. So ein Relaunch ist eine weit schwierigere Aufgabe als ich es erwartet hatte, weil das ja in meinem Fall nicht einfach nur ein neues Layout, sondern die Umstellung auf WordPress bedeuten soll. Da muss jeder Beitrag, jede Rezension, jede Unterseite, jeder Kommentar einzeln übertragen werden und das dauert. Außerdem bin ich auch nur sehr schwer zufrieden zu stellen, was das Layout betrifft. Ich hab da ganz konkrete Vorstellungen und ehe ich die nicht so umgesetzt habe, wie ich es möchte, kommt das nicht online. Es kann also noch sehr lange dauern, leider, denn neben der Uni habe ich nicht viel Zeit dafür.

Was macht für dich eine gute Rezension aus?
Eine gute Rezension sollte auf jeden Fall eine Inhaltsbeschreibung, die nicht der Klappentext ist, enthalten und einen Kritikteil mit der eigenen Meinung. Dabei sollte letzterer natürlich länger sein als die Zusammenfassung des Inhalts. Ich finde es außerdem gut, wenn man dabei relativ objektiv vorgeht. Eine Rezension gibt selbstverständlich immer eine rein subjektive Meinung wieder, aber man sollte eben auch sachlich bleiben und einfach bestimmte Punkte, wie z.B. der Schreibstil oder die Ausarbeitung der Charaktere, so beschreiben, dass es für jeden nachvollziehbar ist. Wenn jemand schreibt, dass der Schreibstil furchtbar ist, die Charaktere unglaubwürdig sind oder der Inhalt unlogisch sei, hilft mir das allein nicht weiter, da braucht es schon eine Begründung und vielleicht auch ein Beispiel, sofern das möglich ist. Ich lese dann lieber eine Rezension, die etwas länger ist, dafür aber fundierte Argumente anführt, die mir dabei helfen einzuschätzen, ob das Buch was für mich wäre, als eine kurze, die dafür überhaupt nicht deutlich macht, was genau an dem Buch nun gut oder schlecht war. Kommentare wie „das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe“ sind da nicht hilfreich. Man muss sie ja nicht weglassen, denn sie vermitteln schon einen gewissen Eindruck, aber ohne weitere Erklärungen kann ich ganz darauf verzichten.
Außerdem möchte ich natürlich durch die Rezension erfahren, ob es sich um eine Reihe handelt und welcher Band innerhalb der Reihe es dann ist, aber bitte nicht im letzten Satz. Ich möchte keine lange Rezension zu einem dritten Teil lesen, wenn ich die ersten beiden noch nicht gelesen habe. Da verspoilert einen ja, logischweise, schon die Inhaltsbeschreibung.
Zu guter Letzt bin ich ein großer Fan von Fazits! Manchmal möchte ich noch nicht die gesamte Rezension lesen, wenn ich das Buch noch lesen möchte, um mich ganz und gar überraschen zu lassen. Ich würde dann aber trotzdem gern wissen, wie ein bestimmter Blogger das Buch allgemein fand und dafür eignen Fazits sich meiner Meinung nach sehr gut.

Hast du eine Lieblingsbücherseite (Buchhomepage, Büchermagazin, etc.) im Netz?
Eigentlich nicht. Ich bin zwar häufig bei Lovely Books unterwegs, würde die Seite aber nicht als Liebling bezeichnen. Ich halte mich lieber auf den diversen Blogs auf, sowohl von Lesern als auch von den Autoren selbst. Das finde ich viel interessanter. Einige Autoren werden einem dadurch zwar weniger sympathisch, andere dafür umso mehr und ich erfahre gern ab und an mal etwas über das Privatleben einiger Autoren.
Meine Lieblingsbücherblogs sind außerdem alle in meinem Feed-Reader gespeichert und da lese ich dann jeden Tag die neuen Posts ;)

Wenn dich ein Litblogneuling nach einem Tipp fragen würde, welchen würdest du ihm geben?
Schwierig. Ich glaub, da gibt es ganz viele Tipps, die ich geben würde *g*
Also zum einen finde ich das Layout sehr wichtig. Wenn ich das Layout nicht mag oder es mich total abschreckt, kann es passieren, dass ich mir nicht einen Beitrag anschaue. Es ist natürlich nicht jeder so geübt im Webdesign – aber darauf kommt es mir auch gar nicht so sehr an. Viel wichtiger ist mir eine gewisse Struktur und dass ich nicht gleich von Werbung erschlagen werde. (Und es gibt sowohl sehr preiswerten Webspace als auch kostenlosen UND werbefreien Webspace, wenn man nur ein wenig sucht.) Einmal musste ich zum Beispiel geschlagene 10 Minuten nach der Navigation suchen, das ist nicht schön. Ich lege da viel mehr Wert auf den Aufbau, also eben dass ich die Links gut finde, dass die Beiträge schön gegliedert sind, Absätze in den Rezensionen (!), sowas eben.
Dann finde ich auch den eigenen Stil bei Rezensionen sehr wichtig und der ist wirklich bei fast jedem Blogger anders. Jeder hat seine eigene Gliederung oder Struktur und das merkt man. Man kann sich zwar gern inspirieren lassen, aber wenn man diese Struktur übernimmt, fällt das sofort auf und mindert natürlich den Eindruck.
Sucht euch einen Blogtitel aus, der zu euch und dem Inhalt eures Blogs passt. Wenn euer Titel ausdrückt, dass ihr ein Bücherblog seid, solltet ihr nicht immerzu Beiträge zu einem anderen Thema, z.B. irgendwelchen Bands, posten, das macht keinen Sinn. Wenn ihr über mehr als nur Bücher berichten wollt, sollte euer Titel entsprechend angepasst werden.
Außerdem sollte man wirklich eine Leidenschaft für Bücher und das Schreiben mitbringen. Bloggen soll Spaß machen und keine Pflicht sein, die man erfüllt um Bücher kostenlos zu erhalten. Versteh mich nicht falsch, ich habe nichts gegen die Beantragung von Rezensionsexemplaren, immerhin sind sie gerade für uns arme Schüler/Studenten/Azubis, die in der Regel kaum bis gar nichts verdienen, eine gute Möglichkeit um neue Bücher zu bekommen. Aber ich finde man merkt, wann jemand Freude am Bloggen hat und wann jemand es nur macht, weil er es ‚muss’.
Für mich sollte ein Blog außerdem nicht nur aus Rezensionen bestehen, wobei die natürlich dennoch im Mittelpunkt stehen. Man sollte aber auch ab und zu andere Beiträge posten, wobei man sich dabei ruhig was Neues einfallen lassen kann, was aber auch nicht immer ganz einfach ist, das weiß ich. Die Möglichkeiten etwas ‚Neues’ über Bücher zu schreiben sind schon begrenzt, aber es ist nicht gänzlich unmöglich. Ich bevorzuge aber solche Blogs, die eben nicht nur eine Rezension nach der anderen posten. Außerdem sollte man ein gutes Maß für die Anzahl der Beiträge proWoche/Monat finden. Für die meisten von uns ist das Bloggen ‚nur’ ein Hobby, sodass es selbstverständlich mal vorkommen kann, dass man keine Zeit für den Blog hat, weil man Stress auf der Arbeit hat oder für die Schule/Uni lernen muss, Urlaub macht, etc. Aber wenn man generell nur alle zwei bis drei Wochen mal irgendetwas schreibt, ist mir das zu wenig. Das Gegenteil ist allerdings auch unschön. Ich habe zum Beispiel einen Blog in meinem Feed, der in letzter Zeit jeden Tag mehrere Beiträge veröffentlicht. Das ist mir wieder zu viel! Einen Beitrag pro Tag finde ich noch okay, muss aber auch nicht sein, alle paar Tage einer reicht auch völlig aus. Das muss ja jeder für sich entscheiden, aber ich möchte auch nicht ‚überschüttet’ werden. Ich mag es zum Beispiel gar nicht, wenn ein Blogger erst zwei Wochen lang gar nichts schreibt und dann gleich drei Rezensionen an einem Tag veröffentlicht. Das muss doch nicht sein. Man muss nicht jede Rezension, die man schreibt, noch am gleichen Tag veröffentlichen. Eine Rezension pro Tag ist für mich genug, in zwei Tagen kann man doch die nächste posten.
Die persönliche Note ist auch noch sehr wichtig. Auch wenn es sich ‚nur’ um einen Literaturblog handelt, möchte ich doch auch ein bisschen über den Blogger erfahren. Ich habe zum Beispiel neulich einen Blog entdeckt, der, mit Ausnahme der Rezensionen, ständig Beiträge erstellt, die nicht ein einziges eigenes Wort enthalten. Was soll das denn? Dann kann man das Bloggen auch gleich sein lassen, den Klappentext eines Buches kann ich mir auch bei Amazon oder auf der Verlagswebsite durchlesen.
Schließlich sollte sich jeder einfach selbst treu bleiben, seinen eigenen Stil finden und den dann ‚ausleben’. Wenn man sich nach anderen richtet, vergeht einem sonst nur die Lust am Bloggen.

23. Juni 2011         

3 Kommentare

  1. Ich muss Stephie da zustimmen: mich nervt es auch, wenn ein Blog gleich mehrere Einträge an einem Tag postet. Lieber einer pro Tag oder eben noch verteiltert. Wenn mal was Wichtiges ansteht, kann man natürlich einen Doppelpost verschmerzen.

    Bin gespannt auf den nächsten Teil.

  2. Elena sagt:

    Ja, ich sehe das genauso: Wenn ich grad viele Postings vorbereitet habe, dann lager ich die Beiträge auch mal für „schlechte Zeiten“ ein, wo ich nicht soviel zum Schreiben komme. Deswegen schreibe ich zum Beispiel aktuell keine „Ich lese…“-Postings, weil ich für meinen Geschmack schon genug veröffentliche :)

  3. Stephie sagt:

    Da bin ich ja froh, dass ihr das genauso seht wie ich ;)