“Essen ohne Sinn und Verstand” von Brian Wansink
“His Dark Materials: Der goldene Kompass” von Philipp Pullmann
“Reckoners: Mitosis” von Brandon Sanderson
“Reckoners: Steelheart” von Brandon Sanderson
“Weil ich Layken liebe” von Colleen Hoover
“Silber – Das zweite Buch der Träume” von Kerstin Gier
“Ein ganzes halbes Jahr” von Jojo Moyes
“Wir beide, irgendwann” von Jay Asher und Carolin Mackler
“Phantasmen” von Kai Meyer

“Essen ohne Sinn und Verstand” von Brian Wansink

Jeden Tag treffen wir über zweihundert Entscheidungen über unser Essen, 90 Prozent davon unbewusst. Frühstück Ja oder Nein? Brot oder Brötchen? Käse oder Wurst? Oft essen wir mehr als nötig -unsere Gewohnheiten spielen dabei genauso eine Rolle wie die Umstände, unter denen wir Nahrung zu uns nehmen. Und nicht zuletzt verführt uns die Lebensmittelindustrie mit subtilen Tricks. Dieses Buch vermittelt praktisch, wissenschaftlich fundiert und mit vielen erstaunlichen Beispielen aus unserem Alltag, wie wir es schaffen können, bewusster zu essen und uns dadurch wohler zu fühlen.

Schon einmal Nachschlag genommen, obwohl sich längst ein Sättigungsgefühl eingestellt hatte? Den Rest vom Kuchen aufgegessen, obwohl er nicht (mehr) schmeckte? Warum essen wir weiter, obwohl wir satt sind oder es gar nicht schmeckt? Weil unsere Umgebung uns Signale und Hinweise gibt, denen wir unbewusst folgen. Doch wir sind ihnen nicht hilflos ausgeliefert, wenn wir uns diese bewusst machen. Wie wir diese aufdecken, wird vom Brian Wansink verraten, einen Professor für Marketing und Ernährung.

Anhand der Erzählung von zahlreichen Experimenten in seinem und anderen Labors verdeutlicht er, wie leicht wir uns von Signalen und Hinweisen beeinflussen lassen. Selbst Profis wie Barkeeper lassen sich beispielsweise von niedrigen, breiten Gläsern täuschen und schütteten 37% zu viel ein, während sie bei hohen, schmalen Gläsern die Menge ziemlich exakt bemessen konnten. Und füllen sich Suppenteller von selbst nach, essen die Probanden 73% mehr Suppe, glauben aber dennoch, nur die Menge eines halben Teller Suppe gegessen zu haben. Diese und viele andere Beispiele zeigen, wie wichtig es ist, nicht einfach anhand optischer Indizien den Sättigungsgrad feststellen zu wollen.

Meinung

Während der deutsche Untertitel “Wie die Lebensmittelindustrie uns manipuliert” heißt, steht dort auf Englisch sinngemäß “Warum wir mehr essen als wir denken”. Letzteres halte ich für eine wesentlich zutreffendere Beschreibung des Buchinhalts. Denn auch wenn es eine gefällige Erklärung wäre, die Schuld allein bei der Lebensmittelindustrie zu suchen, zeigt Biran Wansink in diesem Buch an vielerlei Beispielen, dass wir das Austricksen schon ganz gut selbst übernehmen. Auch wenn Wansink sich stellenweise etwas arg wiederholt, machen die vielen Experimente deutlich, dass sich jeder täuschen lässt – selbst Ernährungswissenschaftler sind vor der Versuchung von Großpackungen etc. nicht gefeilt.

Zum Beispiel ist für das Sättigungsgefühl die Zahl der zu sich genommenen Kalorien völlig irrelevant, entscheidend ist eigentlich nur, wie groß die verzehrte Portion optisch war. Wer von kleineren Tellern isst, verspeist gefühlt wesentlich mehr. Da in uns allen noch immer die Angst vor Raubtieren schlummert, bevorzugen wir leicht zugängliche Snacks statt komplizierter Zubereitung. Und ob uns ein Wein gut schmeckt, hängt vor allem vom Etikett ab – ein teurer Wein muss schließlich einfach schmecken!

Diese Täuschungen für sich zu nutzen eröffnet den unbewussten Spielraum, mittels dem sich nahezu unmerklich langsam, aber kontinuierlich abnehmen lässt. Statt strikter Verbote und Dogmen setzt Wansink auf Deals und Grundsätze, welche sich gut in den Alltag integrieren lassen. Viele seiner Tipps wie kleinere Teller und hohe Gläser lassen sich gut umsetzen.

Insgesamt enthält das Buch sicherlich kaum bahnbrechende Erkenntnisse, sondern verdeutlicht vor allem, dass nicht einfach Packung/Teller/Tüte leer gegessen werden sollte. Aber Wansink pflegt einen unterhaltsamen Schreibstil und auch die Experimente besitzen großen Unterhaltungswert, so dass die gut 200 Seiten im Nu verfliegen. Und wer in Zukunft mit etwas mehr Sinn und Verstand isst, hat schon viel gewonnen.

Fazit

Dieses Buch schafft ein Bewusstsein dafür, weshalb wir gern wesentlich mehr essen als wir annehmen, und gibt Ratschläge, wie sich Ernährungsgewohnheiten so ändern lassen, dass der Zeiger der Waage allmählich nach links wandert.

Rating: ★★★★★

Brian Wansink, “Mindless Eating: Why We Eat More Than We Think”, übersetzt von Sonja Hauser, 217 Seiten, Campus Verlag, 11. Februar 2008.

Das Buch war ein Re-Read von mir.

19. September 2014         

Netflix ist in Deutschland gestartet – Der Test

Seit heute ist Netflix auch ganz legal in Deutschland verfügbar. Natürlich gibt es zum Start des Angebots einen Probemonat, und so habe ich mich heute morgen direkt angemeldet, um das Angebot zu testen. Da ich bisher nur Kunde bei Prime Instant Video war, beziehen sich die Vergleiche ausschließlich auf diesen Dienst.

Registrierung

Die Registrierung gestaltet sich schnell und einfach: Im ersten Schritt ist die eMail-Adresse und das gewünschte Passwort anzugeben. Dann ist der gewünschte Abo-Modus zu wählen, danach muss sich zwischen den Zahlungsmodi Kreditkarte, Bankeinzug und PayPal entschieden werden. Anschließend wird man gebeten eine PIN festzulegen, damit Kinder nicht unbefugt auf Filme und Serien ab 18 Jahren zugreifen können. Das fand ich an dieser Stelle zuerst sehr überraschend, aber dann logisch. So kann nicht vergessen werden die PIN festzulegen und der Jugendschutz ist sofort gewährleistet. Danach können Profile angelegt werden, so dass jeder Netflix-Nutzer im Haushalt seine eigenen Vorschläge bekommt. Sehr praktisch, da sich die Interessen der einzelnen Familienmitglieder vermutlich doch stark unterscheiden. Damit der Netflix-Algorithmus eine erste Basis für Filmvorschläge bekommt, gilt es anschließend drei Filme aus einer Liste auszuwählen, welche einen interessieren.

Übersicht

Das Ganze dauert nur wenige Minuten und dann ist man schon auf der Übersichtsseite! Obwohl diese in ihrem Aufbau Prime Instant Video ähnelt, wirkt sie viel aufgeräumter und übersichtlicher. Sobald die ersten Filme auf “meine Liste” gepackt sind, erscheint oben diese oben in der ersten Reihe. Darunter finden sich auf Netflix beliebte Filme und danach kommen von Netflix für einen ausgesuchte Filme. Die nächste Zeile ist besonders interessant für intensive Facebook-Nutzer: Wenn man nämlich Netflix erlaubt sich mit FB zu verknüpfen, kann man hier sehen, was Freunde angesehen haben (und diese sehen natürlich entsprechend bei sich, was man gesehen hat). Für mich uninteressant, aber grundsätzlich natürlich ein interessantes Feature. Danach kommen dann Auswahlen zu bestimmten Genres etc. Wenn man über die Cover fährt, erscheint eine Kurzbeschreibung und andere nützliche Informationen. So bald einige Filme bewertet wurden, zeigt Netflix nicht mehr die durchschnittliche Mitgliederbewertung an, sondern eine Schätzung, wie einen der Film selbst gefallen würde. Ein Klick auf das Cover öffnet sofort den Abspielmodus und das Filmbild nimmt auch ohne Vollbildmodus schon fast den ganzen Bildschirm ein.

Detailsseite Film

Um auf die Seite mit so Dingen wie den Episodenbeschreibungen, der Darstellerliste, Mitglieder-Rezensionen und ähnlichen Filmempfehlungen zu gelangen, muss entweder der Titel oder “Weitere Infos” im kleinen Infokasten angeklickt werden. Das ist zunächst etwas ungewohnt und man springt zu Anfang manchmal ungewollt in den Film, aber insgesamt sehr praktisch, da man meist doch gern direkt in den Film springen möchte. Derzeit sieht es bei den Mitglieder-Rezensionen noch extrem leer aus, aber das wird sich sicherlich noch ändern. Doch zurück zum Abspielen von Filmen und Serien.

Welche Sprache darf es denn sein

Zunächst einmal erstaunt, wie extrem schnell der gewählte Film oder Serienfolge abspielbereit ist. Zudem ist wie geschrieben auch schon im Fenstermodus die Höhe und Breite des Bildes riesig, was es im Vergleich zu Prime Instant Video durchaus wahrscheinlich erscheinen lässt sich Filme im Fenstermodus anzuschauen. Selbstverständlich steht aber auch ein Vollbildmodus zur Verfügung. Meiner Meinung aber das Beste an Netflix ist, dass jederzeit die Tonspur und die Untertitelung geändert werden kann! Leider gibt es bei einigen Produktionen keinen englischen Untertitel, aber ich bin ja als schwerhöriger Mensch schon ganz von den Socken, dass es überhaupt irgendeine Art von Untertitelung standardmäßig gibt! Außerdem könnt Ihr auf dem Bild auch schon die hervorragende Bildqualität erkennen. Da mein Internet nur höchst gelegentlich HD zulässt, war ich da bei Prime Instant Video viel Kummer gewohnt.

Pausenmodus

Wenn für ein paar Augenblicke pausiert wird, erscheint die von amerikanischen Netflix bekannte schwarze Überblendung mit Serienname, Episodenbeschreibung etc. Insgesamt überzeugt mich der Netflix-Look sehr, da er sehr hochwertig aussieht.

Aber was Euch natürlich auch interessieren dürfte: Was für Filme und Serien gibt es denn da überhaupt? Das sind natürlich neben Netflix-Eigenproduktionen wie “Orange is the new Black”und “House of Cards” zum Beispiel “Pretty Little Liars” und “Sons of Anarchy”. Hier der Link zu einer schönen Übersicht über tolle Serien bei Stern.de. Gefühlsmäßig sind eine Menge Serien und Filme dabei, die es bei Prime Instant Video nicht gab oder nur gegen Bezahlung. Wirklich neue und angesagte Serien sind zum Start noch nicht vertreten, aber ich denke, das kommt noch. Positiv ist auf jedem Fall, dass die Suche so Serien wie “Game of Thrones” kennt und versucht, mir passende Alternativen vorzuschlagen, auch wenn diese Funktion noch ausbaufähig ist.

Netflix Kids

Für mich persönlich zwar eher uninteressant, aber für sehr putzig befunden: Die KIDS-Übersichtsseite. Dort gibt es nur kindgerechte Filme und Serien, so dass man relativ unbesorgt die Kinder alleine stöbern lassen kann.

Mobil habe ich Netflix nur kurz angetestet. Positiv ist auf jedem Fall, dass sowohl Android als auch iOS unterstützt werden. Das Laden auf dem Tablet funktionierte zügig, allerdings war die Bildqualität hier wesentlich geringer, denn Android-Tablets unterstützen derzeit nur 480p. Auf dem iPhone mit 1080p hingegen war die Bildqualität hervorragend. Schön ist auch, dass Netflix sich merkt, wo man beim Schauen stehen geblieben ist und man nahtlos auf einen anderen Gerät weiterschauen kann! Da ich fast nie Fernseher nutze, kann ich hierzu keine Aussagen treffen.

Vorläufiges Fazit: Netflix überzeugt mit hochwertiger Optik, intuitiver Funktionalität, kurzen Ladezeiten, der Möglichkeit Tonspuren zu wechseln und Untertitel hinzuzuschalten, Verfügbarkeit auf iOS und Android sowie fairen Preisen ab 7,99 Euro im Monat. Ich werde sehr wahrscheinlich mein Prime bei Amazon kündigen und zu Netflix wechseln.

Und wie sieht es bei Euch aus? Wenn Ihr noch konkrete Fragen habt, könnt Ihr diese gern in den Kommentaren stellen und ich recherchier dann.

16. September 2014         

Wöchentliche Träumereien #37

Ich zitiere mal aus einer meiner Rezension: “Fortuna ist wankelmütig und ihr Rad dreht sich unaufhörlich …”. Na, wer weiß, zu welchen Buch das gehört? Anscheinend habe ich jedenfalls nun mal wieder Glück mit Fortuna. Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Meine Hausarbeit jedenfalls hat mich ziemlich geschafft, ich sie aber auch. Ich muss jetzt noch Anhang, Belege und Verzeichnisse ordentlich machen, dann wird sie Korrektur gelesen. Wenn alles glatt läuft, gebe ich sie dann morgen ab. Zwischendrin hatte ich schon nicht mehr geglaubt, dass ich den nötigen Seitenumfang schaffe sowie das ganze wissenschaftlich ansprechend und rund hin bekomme. Aber jetzt habe ich ein gutes Gefühl.

Leseträume: Es gibt ja Leute, die lesen während Hausarbeiten besonders viel. Zu denen zähle ich definitiv nicht. Ich rereade derzeit das eigentlich ziemlich kurze Buch “Essen ohne Sinn und Verstand. Wie die Lebensmittelindustrie uns manipuliert” von Brian Wansink. Es klärt über all die Tücken des Alltags auf, die einen zum mehr als geplant essen führen. Essen ist nun mal nicht logisch und rational, auch wenn wir uns natürlich gefeit gegenüber Beeinflussungen glauben. Wenn beispielsweise selbst professionelle Barkeeper bei breiteren Gläsern mehr einschütten als geplant, wie soll man selbst es besser hinbekommen?

Filmträume: Ich glaube, ich habe letzte Woche exakt einen Film gesehen: “Auf der anderen Seite des Bettes“. Dieser französische Film über den Rollentausch eines Ehepaares war ziemlich lustig, wenn auch manchmal schon etwas peinlich. Ich würde ihn wohl 4 Sterne geben.

Linkträume: Vermutlich hat es sowieso schon jeder mitbekommen, der nicht unter einen Stein lebt, schließlich hat sich die Nachricht in den Medien wie ein Lauffeuer verbreitet, aber ich muss es trotzdem hier erwähnen: George Clooney spielt in einer Folge von “Downton Abbey” mit! Und was die eigentlich sogar noch bessere Nachricht ist: Er spielt einen amerikanischen Gast auf einer Hochzeit! Da stellt sich natürlich die Frage, wessen Hochzeit? Entscheidet sich Mary zwischen Gillingham und Blake? Ich halte auch nicht für ausgeschlossen, dass es ein unbekannter Dritter wird. Kriegt Edith ihren Gregson? Heiratet Tom die Dorfschullehrerin? Oder wird es vielleicht sogar was mit Carson und Mrs. Hughes? Wobei ich die letzten beiden Optionen für unwahrscheinlich halte, da diese Paare sicherlich keine pompöse Hochzeit mit Gästen aus den Ausland hätten. Allerdings fällt mir noch eine Möglichkeit ein, nämlich dass vielleicht Rose heiratet?

Spielträume: Nachdem ich mir meiner Enttäuschung über Sims 4 Luft verschafft hatte, habe ich mir überlegt, dass ich mir mit den gesparten Geld Add-Ons für “Die Sims 3″ kaufen könnte. Etwas Recherche ergab, dass Media Markt günstiger als Amazon ist. Im Laden kosteten die Spiele-DVDs dann aber erheblich mehr. Also einen netten Mann am Infoschalter angesprochen und der erklärte mir, dass die Spiele nur beim zur Abholung bestellen im Internet so günstig seien. Er hat jedoch freundlicherweise direkt dafür gesorgt, dass ich die Sachen zum Internetpreis kaufen konnte. Mittlerweile sind die Preise bei Media Markt wieder gestiegen, während man bei Amazon nun einige Add-Ons hinterhergeschmissen bekommt!

Ich habe die letzten Tage nun jedenfalls intensiv Sims 3 gespielt um meine neuen Add-Ons “Traumkarrieren” und “Lebensfreude” ausprobieren zu können. Da mich aber die Lust nach “Einfach Tierisch” verlassen hatte, ist es derzeit vor allem ein ausprobieren von “Einfach Tierisch” und “Traumkarrieren”. Um all die neuen Spezialgrundstücke unterzubringen, habe ich mir ein leeres Sunset-Valley besorgt, ganz ohne Sims. Allerdings habe ich mittlerweile festgestellt, dass das Spiel wohl entschieden hat, dass ich zu wenig Sims in der Nachbarschaft habe – weshalb es einfach selbstständig ein paar Sims in leere Häuser hat ziehen lassen o.O Macht aber nicht so viel, da ich derzeit eine Menge Häuser mit meiner angehenden Architektin verschandele *g* Ich war noch nie so der Typ, der stundenlang im Häuserbaumodus verweilt …

Vergangenheitsträume: In der letzten Woche habe ich ein “Get It Boxed” veröffentlicht, was großes Feedback bekam. Vielleicht sollte ich ein Spezial zu “His Dark Materials”-Boxen machen? Außerdem habe ich passend dazu die Rezension zu “Der goldene Kompass” von Philipp Pullmann veröffentlicht. Und bei der Mission Ruhr.TOPCARD gab es auch wieder neues, nämlich die Beschreibung des Ausflug zum Panorama-Park Sauerland Wildpark.

Zukunftsträume: Meine Hausarbeit abgeben und den Vertrag unterschreiben, dann mich auf meine Essays stürzen und die nächste Hausarbeit durchplanen. Und ich freue mich schon total auf das Wochenende!

14. September 2014         

Mission RUHR.TOPCARD #13: Panorama-Park Sauerland Wildpark

Als wir den Biggesee besuchten, haben wir auch einen Abstecher zum Panorama-Park gemacht. Da ich in meiner Kindheit öfters dort war und er eine bewegte Geschichte hinter sich hat, wird der folgende Bericht eine nostalgische Rückschau. Dank RUHR.TOPCARD war der Besuch kostenlos. Was diese Card eigentlich ist? Sie gewährt einen eine Vielzahl an Vergünstigungen im Raum des Ruhrgebiets. In dieser Rubrik stelle ich Euch subjektiv einzelne Angebote vor, die ich genutzt habe.

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13. September 2014         

“His Dark Materials: Der goldene Kompass” von Philipp Pullmann

Es beginnt alles in Oxford, wo ein Mädchen namens Lyra ein altehrwürdiges Internat besucht. Lyra ist klug, ein bisschen wild und unendlich neugierig. Und es gibt viel in Ihrer Umgebung, was ihre Neugier immer neu entfacht. Was ist es, was ihr geheimnisvoller Onkel Lord Asriel hoch oben im eisigen Norden Europas erforscht? Was hat die ehrgeizige junge Wissenschaftlerin Mrs. Coulter mit diesen Forschungen zu tun? Ist sie etwa eine Konkurrentin des Onkels und freundet sich nur deshalb mit Lyra an? Weshalb verschwinden in der Gegend um Oxford immer wieder Kinder, Söhne und Töchter armer Leute meist, die niemand außer den Eltern wirklich vermisst? Werden sie wirklich von den Gobblern geholt, wie die Leute munkeln? Wenn ja, was sind Gobbler und woher kommen Sie? 
Es dauert eine Zeit, bis Lyra herausfindet, dass all diese Fragen zusammenhängen. Antworten aber findet nur, wer sich auf den Spuren Lord Asriels in den hohen Norden wagt, wo grimmige Panzereisbären eine uneinnehmbare Festung bewachen, Hexenköniginnen durch eisige Lüfte fliegen und hinter dem Polarlicht eine Welt beginnt, die bisher den Menschen verschlossen war. 

In einer Welt, die unserer so ähnlich ist und doch so anders ist, wächst Lyra unter lauter Wissenschaftlern im Jordan College in Oxford auf. Lyra ist ein neugieriger Wildfang und so verwundert es nicht, dass sie sich versteckt, um ein Treffen ihres Onkel Lord Asriel mit den Wissenschaftlern zu belauschen. Und was für interessante Dinge er berichtet! Von da an überschlagen sich die Ereignisse: Kinder, die niemand wirklich vermisst, werden aus Oxford entführt. Stecken dahinter die sogenannten Gobbler, von denen keiner weiß, wer sie sind und woher sie kommen? Was möchte die beeindruckende und wunderschöne Mrs. Coulter von Lyra? Und was hat es mit dem Staub auf sich, über den immer wieder gesprochen wird?

Bald verdichten sich die Hinweise, dass die Antworten auf alle Fragen im Norden zu finden sind. Auf ihrem Weg dorthin muss Lyra viele Gefahren überwinden, findet aber dabei auch neue Freunde und lernt faszinierende Geschöpfe wie die panserbjørne und Hexen kennen. Immer näher kommt sie dabei Lord Asriel und doch ahnt sie bis zuletzt nicht, welch ungeheuren Plan dieser hat …

Meinung

Die Jugendbuch-Reihe der Jahrtausendwende? Die meisten Mitglieder meiner Generation würden wohl die “Harry Potter”-Reihe nennen. Fraglos eine sehr erfolgreiche Serie, die auch ich begeistert verfolgt habe. Nennen würde ich allerdings die “His Dark Materials”-Trilogie. Denn in dem Gewand einer Jugendbuch-Reihe steckt nicht nur wundervolle epische Fantasy, sondern auch eine Einladung, über viele Fragen nachzudenken. Man kann die spätestens in den Folgebänden nur schlecht verhohlende Abneigung des Autors gegen die Kirche kritisieren, aber ich empfand die Reihe als Heranwachsende als Erweiterung meiner Gedankenwelt.

“Der goldene Kompass” entführt in eine Welt, die unserer in so vielen Dingen gleicht und doch so unterschiedlich ist. Am faszinierenden sind fraglos die dæmons, welche die manifestierte Seele ihrer Menschen in Tierform sind. Sie bleiben – von Ausnahmen abgesehen – immer in der Nähe ihres Menschen und sprechen im Normalfall nur mit ihm, auch wenn sie mit anderen Menschen und dæmons autonom interagieren können. Bis zum Jugendalter können sie ihre Gestalt wechseln, danach nicht mehr, was ein Sinnbild für den geprägten Charakter darstellt.

Schon wenige Seiten genügen, um den Leser zu packen. Das nächste große Abenteuer ist immer nur ein paar Seiten weg und so fliegen die Seiten nur so durch die Hand. Lyra zu begleiten macht einfach Spaß, da sie ein kluger Kopf ist und sie sich dennoch ihre kindliche Unschuld bisher bewahrt hat. Doch neben den Beschreibungen aufregender Expeditionen und den Kennenlernen von großartigen neuen Freunden gibt es auch Szenen, welche sehr traurig sind. Sie kommen teilweise so harmlos daher und drücken einen das Herz ab, wenn man das Ende schon kennt. Sie kommen gänzlich ohne Blut aus und sind doch entsetzlich.

Insgesamt ist es sicherlich kein Buch für die Kleinsten, aber durchaus für jüngere Jugendliche geeignet und bietet auch Erwachsenen jede Menge Denkstoff. Der Schreibstil könnte an manchen Stellen noch etwas besser sein und eins oder zwei Szenen verwundern ein wenig. Doch das stört alles nicht weiter und überhaupt sollte man diese Welt voller Wunder und faszinierender Wesen nicht verpassen! Nicht umsonst wurde die Trilogie mit zahlreichen Buchpreisen überhäuft.

Fazit

Ein Klassiker der Jugendbuch-Literatur, welche mit faszinierenden Ideen, fantastischen Wesen und einer tollen Heldin aufwartet!

Rating: ★★★★★

Philipp Pullmann, Originaltitel “Northern Lights”,  übersetzt von Wolfram Ströle und Andrea Kann, 444 Seiten, Juli 1995.

Die Trilogie “His Dark Materials” ist bereits vollständig erschienen und umfasst die Bände: ”Der goldene Kompass”, ”Das magische Messer” und ”Das Bernsteinteleskop”. Daneben gibt es die beiden Kurzgeschichten “Lyra’s Oxford”, welche ein Jahr nach “Das Bernsteinteleskop” spielt, und “Once Upon a Time in the North”, eine Art Prequel mit Lee Scoresby. Außerdem ist noch “The Book of Dust” geplant.

12. September 2014         
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